Du stehst vor der Wahl des richtigen Innenputzes und fragst dich, welche Putzarten für deine Bedürfnisse am besten geeignet sind? Die Entscheidung für den passenden Innenputz beeinflusst nicht nur die Optik deiner Räume, sondern auch das Raumklima und den Schutz der Bausubstanz.
Das sind die beliebtesten Innenputz Produkte
Das A und O: Was ist Innenputz und warum ist er so wichtig?
Innenputz ist weit mehr als nur eine Wandbeschichtung. Er ist eine essenzielle Schicht, die auf Mauerwerk oder Beton aufgetragen wird, um Oberflächen zu ebnen, zu verschönern und zu schützen. Deine Wände erhalten damit nicht nur eine glatte, attraktive Oberfläche, sondern werden auch vor mechanischen Beschädigungen und Feuchtigkeit geschützt. Ein gut gewählter Innenputz trägt maßgeblich zur Behaglichkeit und Gesundheit im Wohnraum bei, indem er das Raumklima positiv beeinflusst und zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit beiträgt.
Vielfalt der Möglichkeiten: Die wichtigsten Putzarten im Überblick
Die Welt der Innenputze ist vielfältig und bietet Lösungen für nahezu jeden Anwendungsbereich und ästhetischen Anspruch. Die gängigsten Putzarten lassen sich grob nach ihrem Bindemittel und ihren Eigenschaften unterscheiden. Für dich als Bauherrn oder Renovierer ist es entscheidend, die Unterschiede zu kennen, um die optimale Wahl für dein Projekt treffen zu können.
Gipsputz: Der Allrounder für Wohnräume
Gipsputz ist aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften und einfachen Verarbeitung eine der beliebtesten Putzarten für den Innenbereich. Er ist diffusionsoffen, das bedeutet, er kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was zu einem angenehmen Raumklima beiträgt. Gipsputz eignet sich besonders gut für Wohn- und Schlafräume. Er ist schnelltrocknend und bildet eine ausgezeichnete Grundlage für nachfolgende Anstriche oder Tapeten. Achte darauf, dass Gipsputz in Feuchträumen wie Badezimmern oder Küchen nur bedingt eingesetzt werden sollte, da er dort anfällig für Feuchtigkeitsschäden sein kann.
Kalkputz: Natürlich, atmungsaktiv und schimmelhemmend
Kalkputz ist ein traditioneller Baustoff, der für seine hohe Diffusionsoffenheit und seine Fähigkeit, überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben, geschätzt wird. Seine alkalische Natur wirkt zudem schimmelhemmend, was ihn zu einer idealen Wahl für sensible Bereiche macht. Kalkputz ist atmungsaktiv und reguliert das Raumklima auf natürliche Weise. Er verleiht den Wänden eine warme, mineralische Optik und ist besonders für Allergiker und empfindliche Personen geeignet. Die Verarbeitung von Kalkputz erfordert etwas mehr Erfahrung als bei Gipsputz, das Ergebnis ist jedoch ein gesundes und behagliches Wohnumfeld.
Kalkzementputz: Die robuste Kombination
Kalkzementputz vereint die positiven Eigenschaften von Kalk und Zement. Er ist deutlich fester und widerstandsfähiger als reiner Gips- oder Kalkputz, was ihn für stark beanspruchte Bereiche wie Flure, Treppenhäuser oder auch Feuchträume prädestiniert. Gleichzeitig behält er eine gewisse Diffusionsoffenheit bei und bietet einen guten Schutz vor mechanischer Beanspruchung. Durch die Beimischung von Zement ist er außerdem unempfindlicher gegenüber mechanischen Einwirkungen und Feuchtigkeit als reiner Gipsputz.
Lehmputz: Für ein unvergleichliches Raumklima
Lehmputz gilt als einer der ökologischsten und gesündesten Baustoffe überhaupt. Er ist extrem diffusionsoffen, speichert Wärme und reguliert die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise, was zu einem besonders angenehmen und gesunden Raumklima führt. Lehmputz ist von Natur aus antistatisch, bindet Gerüche und ist ideal für Allergiker. Die typische erdige Optik von Lehmputz verleiht Räumen eine besondere Wärme und Gemütlichkeit. Es gibt ihn in verschiedenen Körnungen und Farben, die ganz nach deinem Geschmack gestaltet werden können.
Sanierputz: Die Speziallösung für feuchte Wände
Wenn du es mit feuchten oder salzbelasteten Wänden zu tun hast, ist Sanierputz die richtige Wahl. Dieses spezielle Putzsystem ist darauf ausgelegt, Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk aufzunehmen, das Salz zu binden und an die Oberfläche zu transportieren, wo es verdunsten kann, ohne das Putzsystem zu schädigen. Sanierputz ist hoch diffusionsoffen und sorgt für ein gesundes Raumklima, auch in ehemals feuchten Bereichen.
Kunstharzputz: Die flexible und pflegeleichte Option
Kunstharzputze, oft auch als Dispersionsputze bezeichnet, sind besonders flexibel und stoßfest. Sie sind feuchtigkeitsunempfindlich und leicht zu reinigen, was sie zu einer praktischen Wahl für stark frequentierte Bereiche macht. Kunstharzputze sind in einer breiten Palette von Farben und Strukturen erhältlich und bieten somit große gestalterische Freiheit. Ihre Diffusionsoffenheit ist jedoch im Vergleich zu mineralischen Putzen meist geringer.
Die richtige Putzschicht: Grundputz, Oberputz und Spachtelputz
Neben den verschiedenen Putzarten ist es auch wichtig, die verschiedenen Schichten eines Putzsystems zu verstehen. Diese erfüllen unterschiedliche Funktionen und tragen gemeinsam zum Endergebnis bei.
Der Grundputz: Die tragende Basis
Der Grundputz wird direkt auf das Mauerwerk oder den Untergrund aufgetragen und bildet die tragende Schicht. Seine Hauptaufgabe ist es, den Untergrund auszugleichen, Unebenheiten auszubessern und eine ebene Fläche für die nachfolgenden Schichten zu schaffen. Je nach Untergrund und gewählter Putzart kann der Grundputz mineralisch (z.B. Kalkzement) oder gipsbasiert sein.

Der Oberputz: Das gestalterische Element
Auf dem Grundputz folgt der Oberputz. Dies ist die sichtbare Schicht, die maßgeblich das Aussehen deiner Wände bestimmt. Oberputze sind in den unterschiedlichsten Strukturen und Körnungen erhältlich – von fein glatt bis rustikal grobkörnig. Sie können gefilzt, gerieben oder als Modellierputz gestaltet werden. Die Wahl des Oberputzes hängt stark von deinen ästhetischen Vorstellungen ab.
Spachtelputz: Für glatte Oberflächen
Spachtelputz, oft auch als Feinspachtel bezeichnet, wird in dünnen Schichten aufgetragen, um sehr glatte und ebene Oberflächen zu erzielen. Er eignet sich hervorragend für moderne, minimalistische Designs, für die Vorbereitung von hochwertigen Anstrichen oder als Basis für Wandbeläge, die eine makellose Oberfläche erfordern. Spachtelputz ist oft gipsbasiert und ermöglicht eine nahtlose Optik.
Wichtige Eigenschaften von Innenputzen
Bei der Auswahl des richtigen Innenputzes solltest du auf verschiedene Eigenschaften achten, die für deine Wohnqualität und die Langlebigkeit des Putzes entscheidend sind:
- Diffusionsoffenheit: Die Fähigkeit des Putzes, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Dies ist entscheidend für ein gesundes Raumklima und die Vermeidung von Schimmelbildung.
- Festigkeit und Härte: Die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beschädigungen. Für stark beanspruchte Bereiche ist ein fester Putz empfehlenswert.
- Verarbeitbarkeit: Wie einfach sich der Putz auftragen lässt. Gipsputze sind in der Regel am einfachsten zu verarbeiten.
- Raumklima-Eigenschaften: Einige Putze, wie Lehm- oder Kalkputz, können die Luftfeuchtigkeit aktiv regulieren und Gerüche binden.
- Dekorative Möglichkeiten: Strukturen, Farben und Oberflächengestaltung, die dein Zuhause individuell prägen.
Innenputz: Eine Übersicht nach Eigenschaften
| Putzart | Bindemittel | Diffusionsoffenheit | Festigkeit | Anwendungsbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Gipsputz | Gips | Hoch | Mittel | Wohn-, Schlafzimmer | Schnelltrocknend, gute Basis für Anstriche |
| Kalkputz | Kalk | Sehr hoch | Mittel bis hoch | Wohnräume, Bäder (mit entsprechender Behandlung), Allergiker | Schimmelhemmend, natürlich, gutes Raumklima |
| Kalkzementputz | Kalk, Zement | Gut | Hoch | Flure, Treppenhäuser, Bäder, Küchen | Robust, feuchtigkeitsunempfindlicher |
| Lehmputz | Lehm, Sand, Stroh etc. | Extrem hoch | Mittel | Alle Wohnräume, besonders empfehlenswert für Allergiker | Optimale Luftfeuchtigkeitsregulierung, geruchsbindend, ökologisch |
| Sanierputz | Kalk, Zement, Spezialadditive | Sehr hoch | Mittel bis hoch | Feuchte, salzbelastete Wände | Salzbindend, feuchtigkeitsregulierend |
| Kunstharzputz | Kunstharz (Dispersionsbasis) | Gering bis mittel | Sehr hoch | Stark beanspruchte Bereiche, Fassaden (als Fassadenputz) | Flexibel, stoßfest, leicht zu reinigen, große Farbvielfalt |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Innenputz: Welche Putzarten gibt es?
Welcher Innenputz ist am besten für mein Schlafzimmer geeignet?
Für dein Schlafzimmer ist ein diffusionsoffener Putz ideal, der zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit beiträgt und ein gesundes Raumklima schafft. Gipsputz ist eine gute Wahl, da er schnell trocknet und eine gute Basis für Anstriche bietet. Noch besser geeignet sind jedoch Lehmputz oder Kalkputz. Sie sind besonders atmungsaktiv, können Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und sorgen so für ein angenehmes und schimmelvermeidendes Raumklima. Lehmputz ist zudem geruchsbindend und antistatisch, was ihn besonders für Allergiker empfehlenswert macht.
Kann ich Kalkputz auch im Badezimmer verwenden?
Ja, Kalkputz ist auch für Bäder gut geeignet, da seine alkalische Natur schimmelhemmend wirkt. Allerdings ist er weniger feuchtigkeitsbeständig als Kalkzementputz. Für stark beanspruchte Nassbereiche wie Duschkabinen ist eine zusätzliche Beschichtung mit einer speziellen Sperrschicht oder die Verwendung eines feuchtraumgeeigneten Kalkputzes empfehlenswert. In weniger beanspruchten Bereichen, wie z.B. an der Decke oder an Wänden, die nicht direkt mit Wasser in Berührung kommen, ist er aber eine ausgezeichnete Wahl für ein gesundes Raumklima.
Was ist der Unterschied zwischen Grundputz und Oberputz?
Der Grundputz ist die erste, tragende Schicht, die direkt auf das Mauerwerk aufgetragen wird. Seine Hauptfunktion ist es, den Untergrund auszugleichen, Unebenheiten zu beseitigen und eine ebene Fläche für die nachfolgenden Schichten zu schaffen. Der Oberputz ist die sichtbare, abschließende Schicht, die das Aussehen deiner Wände maßgeblich bestimmt. Er ist in verschiedenen Strukturen und Körnungen erhältlich und verleiht deiner Wand die gewünschte Optik.
Sind Lehmputze schwer zu verarbeiten?
Die Verarbeitung von Lehmputz erfordert etwas Übung, ist aber keinesfalls unmöglich. Insbesondere für Heimwerker gibt es heute gut vorbereitete Lehmputzmischungen, die die Verarbeitung erleichtern. Wichtig sind die richtige Anmachkonsistenz und eine gleichmäßige Auftragsweise. Viele Hersteller bieten auch spezielle Werkzeuge oder Anleitungen an, die dir bei der Verarbeitung helfen. Das Ergebnis – ein unvergleichlich gesundes Raumklima und eine warme Ästhetik – ist die Mühe aber wert.
Wann sollte ich Sanierputz verwenden?
Sanierputz kommt zum Einsatz, wenn deine Wände von aufsteigender oder durchdringender Feuchtigkeit und daraus resultierender Salzausblühungen betroffen sind. Diese Salze können herkömmliche Putze schädigen und zu deren Abplatzen führen. Sanierputz ist speziell dafür konzipiert, Feuchtigkeit aufzunehmen, Salze zu binden und sie an die Oberfläche zu transportieren, wo sie verdunsten können, ohne den Putz zu beschädigen. Er ist eine effektive Lösung zur Instandsetzung und Sanierung feuchter Mauern und trägt gleichzeitig zur Verbesserung des Raumklimas bei.
Welcher Putz ist am kostengünstigsten?
Generell sind Gipsputze und einfache Kalkzementputze oft die kostengünstigsten Optionen, insbesondere bei der Materialbeschaffung und der einfachen Verarbeitung. Die tatsächlichen Kosten können jedoch je nach Hersteller, gewünschter Struktur, Körnung und der Vorbereitung des Untergrunds variieren. Für besonders ökologische oder gesundheitsfördernde Putze wie Lehm- oder hochwertige Kalkputze können die Materialkosten höher sein, jedoch sind die Langzeitvorteile für das Raumklima oft eine Investition wert.
Wie wichtig ist die Körnung des Oberputzes?
Die Körnung des Oberputzes beeinflusst maßgeblich die Oberflächenstruktur und damit die Ästhetik deiner Wände. Feine Körnungen (z.B. 0-1 mm) ergeben eine sehr glatte Oberfläche, die sich gut für moderne Designs oder als Basis für glatte Anstriche eignet. Gröbere Körnungen (z.B. 2-3 mm oder mehr) erzeugen eine rustikalere, strukturiertere Optik, die Unebenheiten gut kaschieren kann und einen traditionellen Charakter verleiht. Die Wahl der Körnung hängt also stark von deinem persönlichen Geschmack und dem gewünschten Stil des Raumes ab.